14 Oktober 2008

Disqualifiziert: Du bist Draußen! (gleiche Bedingungen für alle)

Vor allem Rookies wie der Freiburger Andreas Böcherer fühlen sich durch die Race Marshalls beim Ironman Hawaii oftmals benachteiligt. Aber schauen wir uns die Sache einfach nüchtern und sachlich an. Der ehemalige Deutsche Meister im Crosstriathlon hat sich solide in den letzten Jahren entwickelt, aber in Frankfurt schon den Hang dazu entwickelt für den Rennentwicklung unattraktiv taktisch hinten in Radgruppen zu sitzen. So weit so fair, von vielen Profis so gehandhabt und nicht weiter zu verurteilen... Erst kurz vor Einfahrt in die T2 wagte der Freiburger Familienvater die Solofahrt in Frankfurt, nachdem sich seine Kontrahenten aufgerieben hatten. Taktisch gut, aber ohne Profil und das muss man sich als Rookie im Sport erarbeiten.

Konnte Böcherer in Frankfurt noch auf gütige Krampfrichter bauen, die ein Unterschreiten der 10 Meter-Abstandregel zunächst gerne mündlich abmahnten, sah es in Kona etwas anders aus. Informationen über das klare und knallharte Vorgehen sollten spätestens bei der Wettkampfbesprechung der Profis am Donnerstag angekommen sein. Auch ein Blick auf alte Ironman-DVDs oder NBC-Reportagen, die auch nicht vor Namen wie den des US-Amerikaners Tim DeBoom zurückschreckten sollte den Kona-Kurs klarmachen:
Lutschereien, auch nicht nur ein bisschen sind nicht gestattet. Auch die anderen Regeln sollte man verinnerlicht haben. Kampfrichterentscheidungen sind Tatsachenentscheidungen und Andreas Böcherer hat in diesem Fall berechtigte gelbe Karten erhalten und dann ohne Disqualifikation aufgegeben.

Eine Karte erhielt er nach Angaben aus seinem Umfeld wegen Littering (Umweltverschmutzung, da er seine Flasche nach der vorgesehenen, hunderte Meter langen „Dropzone“ abgeworfen hatte), dann zwei weitere wegen Draftings zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Die WTC-Offiziellen bestätigen allerdings drei Strafen wegen Draftings.

Böcherer gab schleißlich entnervt selbsttätig nach der 3. Verwarnung auf, weil er bei 3 Strafen im Nachgang disqualifiziert worden wäre. Er ist der einzige Profi im Rennen des Ironman 2008, der mehr als eine Penalty erhalten hat. Timo Bracht etwa hat nur eine Strafe erhalten, das Rennen auf dem Rad sauber beendet, dann aber die Penalty-Box nicht aufgesucht: Disqualifikation.

Die Strafen sind als gerecht und fair zu werten und man sollte nicht weiter darüber lamentieren und auf die ungerechten Kampfrichter schimpfen. Sie machen nur ihren Job, der Profi-Triathlet soll seinen Job machen.

Athleten wie Timo Bracht, haben ihre DQ anstandslos angenommen, obwohl er das wohl beste Kona-Rennen der letzten Jahre hinlegte und souverän in den Top 5 lag. Auch mit der Disqualifikation war die Medienwirksamkeit (schon im Vorfeld) durch seine guten Leistungen als bester Deutscher beim Heimrennen in Frankfurt garantiert. Dies ist der Unterschied zu Kona-Neulingen, die um Medienbeachtung kämpfen müssen, die ihre im Vorfeld gezeigten Leistungen auch vor einem Start honorieren. Dazu benötigt man 1-3 Starts mit Zielankunft in den Lavafeldern.

Selbst die Hannoveranerin Sandra Wallenhorst, mit Weltbestzeit der offiziellen Ironman-Eventserie angereist, stand nicht im Fokus der nationalen und internationalen Medien, obwohl sie klar zu den Kandidatinnen auf die Top 5 zuzurechnen war. NBC hat sich dann noch kurzfristig entschieden die Läuferin der Extraklasse mit in ihre Aufzeichungen vor dem Rennen aufzunehmen – ein weiser Schritt in Nachbetrachtung ihres starken ersten Auftritts auf Big Island hinter der 2008 nicht zu schlagenden Chrissie Wellington und der Niederländerin Yvonne Van Vlerken. Van Vlerken und Wallenhorst liegen in der Leistung dicht beieinander – spannende Rematchs der Kona-Treffens sind zukünftig fast garantiert.

Zurück zu den disqualifizierten Kona-Rookies: Newbies wie Böcherer kann man nur wärmstens ans Herz legen, nicht nur den Kurs zu studieren und sich in die richtige Startgruppe im Schwimmen zu stellen, abseits von Kanus mit den richtigen Anschwimmern oder inmitten von Frauen - sondern die Regeln auch als das zu nehmen was sie sind: Klare Gebote und Verbote. Es sind keine Empfehlungen, die halbherzig mit zugedrückten Augen umgesetzt werden. Schließlich ist das eine WM und kein Basar.

Die Härte dient allen Athleten gleichermaßen. Überlegungen und Unsicherheiten, was hinter einem als einsamen Reiter in den Lavafeldern passiert sind fast ausnahmslos egal. Die Sheriffs machen ihren Job und die Bedingungen sind weitgehend gleich. - ein ausdrückliches Ziel einer WM. Behrzigt man diese Regeln, dann klappt das auch mit dem Finish 2009 und mit etwas Arbeit und Talent auch dem Einzug in die Top 20, ohne Lamentiererei im Nachgang. Ich freue mich drauf…

Labels: ,

13 Oktober 2008

K-Swiss After-Party ein voller Erfolg, Lullus 2009? Nein!

Nachdem sich alle Besucher der Awards Party umgezogen oder getrocknet hatten ging es früher oder später auf die After-Party von K-Swiss ins Huggos. Da erstmalig Triathlete USA auf ihre angestammte Party in der Kona Brewery verzichtet hatte, gestaltete sich die K-Swiss BEHIND THE VELVET ROPES Party für geladene Gäste (RSVP) als voller Erfolg. Freie Verköstigung und die späte Aufweichung der zunächst sehr strikt gehandhabten Zugangsberechtigung stellte am frühen Abend die Business- und VI-Personen zufrieden und später hinzugestoßene Agegrouper lockerten das Ganze auf.

Während einige Altersklassenathleten früh ins gegenüberliegende Lullus einfielen und den Dancefloor attackierten zeigte Big Island seine unangenehme Seite. „It's the law, come on and get out of here“ - mit diesen und unsanfteren Worten schob man die restlichen Nachschwärmer deutlich ab 1:38 Uhr auf die Straße – immerhin 8 Minuten später als in den Jahren zuvor :-) Um 2:00 Uhr sollte der Laden schließlich geräumt sein. Zuvor wurde bereits das Huggos auf allerdings sehr freundliche Art geräumt, mit dem gleichen gesetzlichen Hintergrund.


Die auf dem Alii Drive in angenehmen Chill-out Gesprächen vertieften und darum ausharrenden kleinen Trüppchen bekamen trotz ausschließlich leisester Lautstärke als Geschenk plötzlich Zitronenviertel aus dem ein Stock höher gelegenen Lullus an den Kopf geworfen. „Das geht hier jedes Jahr so. Da haben sie schon Probleme die Hotels vollzubekommen und benehmen sich so daneben“ ärgerte sich ein prominenter Profi aus Deutschland, dessen Beine auf Grund seines Rennverlaufs wenige Minuten zuvor unglaublich locker über die Tanzfläche geflogen waren ;-)
Daher sind wir in kleiner Gruppe übereingekommen im nächsten Jahr das Lullus komplett zu boykottieren und im Vorfeld des Ironman 2009 dieses Ziel klar zu kommunizieren.

Stimmungsvolle Awards Party, buchstäblich ins Wasser gefallen

Stimmungsvoll fing die Awards Party der 30. Ford Ironman Hawaii Triathlon World Championship an. Ein erster Höhepunkt war die Aufnahme von Rick und Dick Hoydt in die Ironman Hall of Fame durch die Moderatoren des Abends Bob Babbitt und Mike Reilly.

Vater und Sohn Hoydt haben Geschichte des Triathlons geschrieben und auch in der Geschichte des Ironman Hawaii Triathlons und der traditionsreichen NBC-Übertragung neue Kapitel aufgeschlagen. Rick aka Ricky Hoydt, der gerne auf das Ypsilon in der Koseform seines Vornames verzichtet („Mein Name ist Rick“) verlas unter Nutzung eines Sprachcomputers seinen sportlichen Werdegang und den seines Vaters zu einem der bekanntesten Sportlerduos Amerikas mit fast 1.000 Starts bei Ausdauerwettkämpfen. Dick führte zuvor eine kurze einleitende Rede und zeichnete den Werdegang der besonderen Beziehung der beiden zum Sport und Triathlon im Speziellen.

Rick, nach einem Geburtsfehler mit schlecht liegender Nabelschnur unter Sauerstoffmangel mit einer Schädigung des Gehirns geboren, wurde eine Zukunft analog eines Gemüses (eng. Vegetable) von den Ärzten vorhergesagt, verbunden mit der Empfehlung den Sohn in dauerhafte Pflege abzugeben. Die Hoydts haben das nicht getan und bereuen offensichtlich keinen ihrer gemeinsamen Tage. Mehrfach fragte sich der sichtlich amüsierte Schwergeschädigte über diese Metapher eines Gemüses und fragte nach der richtigen Klassifizierung.

Schon während dieser Rede setzte phasenweise monsunartiger Regen ein, den die über 2.000 Anwesenden geduldig ertrugen, obwohl sie mittlerweile bis unter die Zehennägel aufgeweicht waren. Doch nach der kaum mehr durch den Regen und aussetzende Mikrofone verständlichen Rede der Britin Chrissie Wellington musste Craig Alexander als frischgebackener Weltmeister auf seine Ansprache verzichten. Dabei hat mich „Crowie“ noch vorher nach der rechten Länge einer „guten Rede“ gefragt. „Eine gute Rede darf gerne 8 bis 12 Minuten dauern“ habe ich gesagt und sollte auch einen Blick weiter zurück in die sportlichen Anfänge und wichtige Anekdoten beinhalten. 2 oder 20 Minuten hat die Awards Party aber auch schon erlebt. „Ich glaube meine ist so 5 bis 8 Minuten lang. Ich möchte die Leute nicht langweilen, ich habe mir auch ein paar Notizen gemacht“ entgegnete einer der bodenständigsten Weltmeister, die Kona je gesehen hat. Wenngleich Aussie Alexander die Rede nicht mehr vor dem Publikum halten konnte – wird sie vielleicht doch noch gehalten und weitergegeben werden.

Jochen die Null ;-)

Nein Jochen Diedrich ist keine Null, auch keine Triathlon-Null. Einmal mehr hat er es nach Kona zum Ironman geschafft, um respektabel zu finishen. Jochen hat es aber auch auf das Plakat der 30. Ford Ironman Hawaii Triathlon WM geschafft. Ganz oben fast auf der Spitze der Null ist er zu finden.

Neben den vielen historischen Profibilder eine Ehre von Dauer. Jochen - selbst fast auf Big Island hängengeblieben - kümmert sich auch um Personal Training rund um Triathlon und Ausdauersport. Unter http://www.konatraining.com/ ist er erreichbar...

Labels:

12 Oktober 2008

Chrissie Wellington und Craig Alexander sind Weltmeister im Ironman Hawaii Triathlon 2008

Die Britin Chrissie Wellington konnte ihren Titel trotz Reifenpanne souverän bei den Ford Ironman Hawaii World Championship 2008 verteidigen. Sie siegte vor der neuen Generation schneller Triathletinnen: Yvonne Van Vlerken (NED), Sandra Wallenhorst (GER) und Erika Csomor (HUN), die alle gemeinsam mit Wellington mit außerordentlich schnellen Zeiten im Jahre 2008 (Frankfurt, Klagenfurt, Roth) auf sich aufmerksam machten knüpften an ihre Saisonleistungen an. Die Schweizerin Sibylle Matter setzte als beste Eidgenössin auf Rang 13 Akzente, während Meike Krebs aus Frankfurt trotz Erkältung in der Rennwoche mit Platz 28 als beste Deutsche einlief (Bericht Frauenrennen).

Craig Alexander aus Australien hat seinem Vizetitel aus dem Vorjahr die Königskrone folgen lassen. Er gewann vor Saisondurchstarter Eneko Llanos Burguera aus Spanien und Rutger Beke aus Belgien. Für gute Ergebnisse sorgten auch bei den Männern die Schweizer. Ronnie Schildknecht wurde noch vor Mathias Hecht (8.) Vierter. Bester Deutscher wurde Faris Al-Sultan (11.) vor Normann Stadler (12.). Timo Bracht wurde als 5. nach dem Rennen wegen Missachtung einer Zeitstrafe disqualifiziert (Bericht Herrenrennen).

Ein echter Ironman

Stefan Rechsteiner aus Kassel, wurde bei den Frankfurter Sparkasse Ironman European Championship 2008 vom hessenfernsehen begleitet. Obwohl der Schweizer Rechsteiner, Mitglied bei 3athlon.org e.V. die Qualifikation für Hawaii knapp verpasste besteht Anlass zur Freude.

Jona Rechsteiner ist endlich angekommen, ein echter Ironman. Die Fruchtblase ist pünktlich zum Start geplatzt (18:45 Uhr, MEZ. Um 2:27 Uhr konnten wir ihn dann in Empfang nehmen.“ Allen Beteiligten geht es gut. „Der Ironman ist komplett an mir vorbeigegangen, werde mir die Aufzeichnung im ZDF anschauen“ lautet die Botschaft aus Kassel. Herzlichen Glückwunsch sagen wir doch da dem zukünftigen Ironman 2033 und seiner Familie…

Bester Agegrouper Overall, Clemens Coenen hat Wette gewonnen

Sie wurden etwas überrascht, der Griesheimer Daniel Schmoll und der Lemgoer Clemens Coenen am Pier von Kailua-Kona als sie ihre Leistung bei einem Drehtermin im Vorfeld des Ironman einschätzen und einer Wette bekräftigen sollten, ob sie gegen Chrissie Wellington bestehen würden. Schmoll brachte als Wetteinsatz einen Sonntagsmorgen-Jogg mit Chrissie Wellington (sehr, sehr schmerzhaft) nach dem Ironman Hawaii ein, Coenen konnte sich zu einem Fruchtsmoothie überreden lassen.

Das Rennen im Rennen um den besten Altersklassensportler gewonnen hat jedoch der Lemgoer. Für 180km Radfahren, 42km Laufen und die Kleinigkeit von 3,8km Schwimmen vorweg benötigte er auf Rang 21 liegend ganze 8:52:36 Stunden. Mit seinen Splitzeiten von 55:18 Minuten für das Schwimmen, 4:50:16 Stunden Radfahren und 3:02:24 Stunden für den Marathon reihte sich der sich in allen Disziplinen ausgewogene Athlet hinter Neuprofi Christan Brader (8:50:08) und noch vor illustren Namen wie Marino Vanhoenacker, Bryan Rhodes, Chris Lieto, Steffen Liebetrau, Luke McKenzie, Petr Vabrousek und Co. aus dem Lager der Voll-Profis ein.

Schmoll war unmerklich länger unterwegs. Er benötigte 9:09:36 Stunden (0:52:34 - 5:08:57 - 3:03:04) und beendete den Ironman Hawaii als drittbester Deutscher hinter den schnellen Agegroupern Patrick Wallimann aus Alpnach-Dorf (SUI, 9:01:16) und Stefan Werner aus Bocholt (GER, 9:05.17) als 44. der Gesamtwertung und siebter aller Alterklassenathleten.

Beste weibliche Altersklassenathletin wurde Wendy Mader in 9:53:51 Stunden aus Fort Collins, Colorado.

11 Oktober 2008

Liveübertragung Ford Ironman Hawaii Triathlon World Championship

Die Ford Ironman Hawaii Triathlon World Championship werden ab den frühen Morgenstunden am 11. Oktober auf http://www.ironman.com/ übertragen. Der erste Startschuß mit allen Profis erfolgt um 6:45 Uhr, die rund 1.600 Altersklassenathleten dürfen ab 7:00 Uhr unter dem Donnerhall der Kanone und unter den Augen der USS Lake Erie die 3,8km im Pazifik schwimmend in Angriff nehmen. Die Übertragung auf Ironmanlive erfolgt ab etwa 5:00 Uhr Ortszeit, dies entspricht 17:00 MEZ. Die beiden Starts finden nach MEZ um 18:45 und 19:00 Uhr statt.

Labels:

Wie am Renntag bewegen?

Als Fan sollte man sich frühzeitig ein Rad organisiert haben. Schon ab Freitag dürfte es langsam aber sicher knapp werden, auch wenn jetzt noch Bikes vor den Läden stehen: Freitag, Samstag, und evtl. Sonntag sind sie WEG!
Im ungünstigen Fall bleibt einem wohl nur der Fußmarsch oder der Daumen.
Grundsätzlich kann man, sofern man nicht bei einem der verschiedenen großen Reiseanbieter ein Komplettpaket gebucht hat gut mit dem Alii Shuttle (Hele On Bus) oder einem der Kaffeefahrt-Tingeltangel-Touren ganz gut vorwärts kommen. Beim Hele On muß man schlicht irgendwo an der Strecke stehen und sich dem Fahrer bemerkbar machen. Die Zeiten können der Grafik entnommen werden.

Der klassische Leihwagen, ob roter Jeep oder weißer Chrysler ist natürlich auch möglich. Bereits ab dem Airport kann man zuschlagen. Oft empfand ich DOLLAR als Vermieter mit den besten Angeboten, die großen Ketten wir Hertz, Avis und Co. haben aber auch immer bezahlbare Angebote.
Mein Geheimtip ist aber der Kauf eines Mopeds, weil es definitiv flexibel ist. Man kann aber auch in einem der großen Supermärkte auch ein MTB kaufen (z.B. Costco, ab 199 US$).

Wer gewinnt den Ironman Hawaii 2008?

Es ist die ewig gleiche Diskussion, wer denn jetzt Hawaii gewinnen wird. Analyse auf Basis von fakten, Bauchentscheidungen, Insiderinfos und eine Mischungen aus allen Faktoren: Wie jedes Jahr lehne ich mich selbst wieder gerne aus dem Fenster und gebe – ohne Begründung - meinen kleinen Expertentipp ab.

Labels:

Christoph Fürleger analysiert das Schwimmen und Taktikvarianten vor dem Ironman Hawaii 2008.

Christoph Fürleger gilt als einer der weltschnellsten Triathleten im Wasser. Der Allgäuer hat sich den Ironman Hawaii 2008 auf den Kalender geschrieben, um einen ersten Eindruck von der Strecke zu erhalten und seine Möglichkeiten für eine Start als Profi auszuloten. Für 3athlon.de hat er sich Gedanken zum Schwimmkurs gemacht.

Labels:

10 Oktober 2008

Das Prinzip Hoffnung, Gedanken zum Doping im Sport und Triathlon

Die Trainingskumpels mit denen sich man sonst durch die harten Trainingseinheiten quält liegen schon seit Tagen am Magic Sands Beach und genießen die Ruhe vor dem Startschuss. Und während die einen in der Idylle unter Palmen, zwischen einem Cafe Latte im Lava Java und einer kristallklaren Schwimmeinheit am Pier schwelgen, sitzen die anderen mit der Zeitung auf dem Sofa und müssen zwischen den täglichen Hiobsbotschaften der Börsen in Tokio, Frankfurt und New York auch noch die letzten Neuigkeiten aus dem „Sport“ verkraften.

Unter den Radlern, deren Proben man nach der Tour mit verfeinerten Methoden ein weiteres Mal „nachuntersucht“ hat, ist einer von dem man es befürchtet hatte, aber, wie so oft mal wieder nicht glauben wollte. Ausgerechnet die „Gerolsteiner“ Überraschungszeitfahrmaschine Stefan Schumacher soll diesen Sommer auf dem Epoprodukt der dritten Generation „CERA“ unterwegs gewesen sein, weitere unerfreuliche Neuigkeiten haben möglicherweise auch noch andere Teams zu erwarten, denn die Analysen sind anscheinend noch lange nicht abgeschlossen.

Super, kaum drei Wochen ist es her und wir haben erfahren, dass der vermutlich erfolgreichste Dopingbetrüger der Radsportgeschichte, der Tour de France Dauerchampion und Ex-Triathlet Lance Armstrong wieder die Tour fahren, nein, gewinnen will. Die UCI findet auch, dass der Amerikaner ein echtes Aushängeschild für den Sport ist und erteilt ihm eine Sondergenehmigung für die Tour Down Under in Australien, an der er eigentlich wegen zu später Anmeldung beim Dopingkontrollsystem nicht hätte teilnehmen dürfen.

Und damit nicht genug, wie immer wenn dass Thema Doping mal wieder in die Schlagzeilen und damit ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zappt, läuft es darauf hinaus, dass man mit interessierten Zeitgenossen, Arbeitskollegen, entfernten Verwandten und Sportsfreunden alles zum 100.000ten Mal durchkauen muss. In diesen Diskussionen fällt stellt sich immer wieder heraus, dass es mehr oder weniger zwei grundsätzliche Sichtweisen zum Thema gibt.

Die einen, wir nennen sie die „Abgezockten“ (manche nennen sie Realisten), sind eigentlich sicher, dass in allen professionell betriebenen Sportarten beschissen wird, was das Zeug hält. Jede Spitzenleistung wird von den Abgezockten grundsätzlich mit dem Sperrvermerk „na ja, ist ja ganz nett, aber der (oder die) ist doch sowieso voll bis oben hin“ versehen.

Für die „Optimisten“ (oder Romatiker) gilt seit Jahren im Bezug auf Doping das Prinzip Hoffnung. Egal wer und wie viele womit auch immer erwischt werden, und egal in welcher Sportart die Sünder unterwegs waren, der Optimist glaubt immer weiter fest daran, dass die Möglichkeit besteht das Rennen auch sauber, ohne den Einsatz unerlaubter Hilfsmittel zu gewinnen, und arbeitet deshalb grundsätzlich mit der Unschuldsvermutung. Einen Ironmansieger, am besten einen aus den „eigenen Reihen“ möchte man feiern, man möchte mitfiebern und man will mit ein wenig Gänsehaut dabei zusehen wie die Sieger nach vollbrachter Spitzenleistung freudestrahlend über die Ziellinie kommen.

Denn die Freude am Sport an der Leistung und auch am Erfolg (und damit ist nicht zwangsläufig ein Sieg gemeint) ist das, was die Faszination ausmacht und was Pros und Amateure gemeinsam haben. Was Amateure und Pros auch gemeinsam haben sind gleiche Spielregeln, denn es ist die Grundidee einer jeden Sportart, dass man sich im fairen Wettstreit in einem Spiel mit festen Regeln misst, und über Sieg oder Niederlage entscheidet, was man in diesem gegeben Rahmen im Vergleich zu den anderen aus seinen Körper herausholen kann. Topathleten, die es schaffen Leistungen zu bringen die manchen Hobbysportlern utopisch erscheinen werden aber besonders auch als spezielle Persönlichkeiten wahrgenommen. Jeder Dopingsünder bedeutet deshalb für die Optimisten eine echte Enttäuschung, vor allem wenn es sich bei den Athleten um Persönlichkeiten handelt, die Vorbilder oder Sympathieträger sind.

Die „Abgezockten“ sind in der Regel weniger emotional und deshalb ist es für sie auch keine besonders Ereigniss, wenn in der Zeitung oder im Fernsehen mittlerweile im Wochenrythmus eine Dopingsau enttarnt und durch das Dorf der Medienschaffenden getrieben wird, denn sie haben es ja sowieso schon immer gesagt. Die Abgezockten sind vermutlich näher an der Realität, denn sie haben die besseren Argumente, zum Beispiel „Es geht um Geld, da spielt Moral keine Rolle“.

Vor ein paar Jahren haben wir noch gedacht, dass gutes Doping so teuer ist, dass es sich vermutlich beim vor allem im Verhältnis zum Trainingsaufwand geringen Einkommen von Profitriathleten nicht rechnet. Heute sind viele Substanzen billiger geworden und die Geldbörsen größer geworden sind. Einige prominente Fälle haben uns gezeigt, dass Moral manchmal doch weniger Wert ist als Geld, vor allem, wenn auch noch der unbedingte Siegeswille von der Moral abgekoppelt wird. Moral hat häufig sogar einen noch geringeren Stellenwert als kurzfristige Erfolgserlebnisse.

Eigentlich hättet ihr es wissen müssen, sagen die „Abgezockten“ in den Diskussionen auf 3athlon.info: „Bei euch Triathleten ist Sportbetrug doch bereits im Amateurbereich ein absolutes Massenphänomen“. Damit sprechen sie die Windschattenproblematik an, und ganz unrecht haben sie nicht, denn die meisten von uns, zumindest die die sich nichts vormachen, wissen ziemlich genau, was auf einer Langdistanz mit hoher Teilnehmerdichte passiert, wenn die Kampfrichter nicht konsequent durchgreifen und es den Anschein hat, dass man möglicherweise straffrei davon kommt.

Und traurigerweise geht es für die große Mehrzahl derjenigen, die sich in einer solchen Situation zum Windschattenfahren und damit zum Betrug an den regelkonform agierenden Konkurrenten hinreißen lassen, noch nicht mal um Geld, sondern meisten „nur“ um Ruhm und Ehre, eine gute Zeit, oder um einen Kona-Slot. Aber dafür würden manche sogar töten, oder?

Notorische Windschattenfahrer haben kein Recht Athleten zu verurteilen, die sich mit EPO, CERA, Insulin, Eigenblut oder Hormoncocktails in Topform bringen, denn auch wenn sich das Strafmaß stark unterscheidet, es gibt keinen wirklich kategorischen Unterschied zwischen Windschattenfahren, Streckenabkürzen, körperlicher Gewalt im Wasser auf der einen Seite und Spritzen auf der anderen, denn durch alle verschiedenen Veraltensweisen werden faire, hart trainierende Konkurrenten um die Früchte ihrer Trainingseinheiten gebracht!

Zum Glück sind positive Dopingfälle im Triathlon, im Vergleich zum Radsport noch keine Routine. Allerdings ist es nicht so einfach zu beurteilen warum. Liegt es daran, daß die Athleten integrer und sauberer unterwegs sind, als im Radsport, oder ist es vielleicht einfach nur so, dass noch kein hochorganisiertes und gut finanziertes Kontrollsystem vor allem für die Gesamtheit der Ironman-Athleten und der gesamten Leistungssporteben unterhalb des ITU World Cups gibt.

Was den Triathlon angeht sind und bleiben wir (hoffnungslose) Optimisten, denn während für Sportarten in denen man sich auf Grund mangelnder Erfahrung nicht richtig gut auskennt, die Haltung der Optimisten mehr oder weniger auf reinem Wunschdenken beruht, kann man in der „eigenen Sportart“ etwas genauer beurteilen kann, wo denn vermutlich die Grenzen dessen liegen was durch die Kombination aus einer geeigneten genetischen Prädisposition und jahrelangem, konsequenten und verletzungsfreiem harten Training erreicht werden kann. Aus diesem komplett subjektiven Blickwinkel heraus bin ich fest davon überzeugt, dass sich die derzeit von den Topathleten im Ironman abgelieferten Leistungen alle mit dem richtigen Talent, viel Erfahrung und noch mehr konsequenter, harter Trainingsarbeit realisieren lassen.

Das heißt nicht, dass nicht möglicherweise einige Leute trotzdem versuchen sich die Sache leichter zu machen, so wie auch die Windschattenfahrer es immer wieder probieren, aber es verhindert, dass wir vom Optimisten zum Abgezockten werden, denn solange nicht das Gegenteil bewiesen ist gilt die Unschuldsvermutung und das Prinzip Hoffnung, dass in unserem Sport die meisten Champions ohne verbotene Pharmatricksereien ihre Leistung bringen.
Skeptisch stimmen natürlich immer Leistungssprünge, wie sie derzeit in der Frauenspitze anzutreffen sind. Die richtige Antwort wäre ein weltumspannendes sinnvolles Anti-Doping-System, das für den Ironman gesprochen, Hand in Hand mit den Agenturen und Verbänden arbeiten muss. Eine der großen Aufgaben der neuen Ironman-Besitzer.

Rühmliche Eigeninitaitiven, wie die „Eisernen Transparenz“ des Ironman Germany 70.3 Wiesbaden und Ironman Frankfurt mit einem eigenen der NADA unterstellten Kontrollpool von Athleten, einer Blutdatenbank und unabhängigen Kontrollen sind lobenswert. Dennoch muss auch hier dringend die Frequenz der Tests im Training erhöht werden.Das Team der Dresdner Kleinwort geht in den Kontrolldichte noch einen Schritt weiter und ist lobenswert auch völlig dem nationalen Verbänden unterworfen.

Jetzt liegt es an den Veranstaltern, Sponsoren, den Fachverbänden und auch den Anti-Doping Agenturen den Rahmen für die Glaubwürdigkeit des Sports und damit auch seiner wirtschaftlichen und moralischen Werthaltigkeit zu stabilisieren und weiter zu erhöhen. Abgekapselte Trainingsgruppen, unerreichbar für internationale Dopingkontrolleure oder wie bei Olympia offensichtlich bei einigen Verbänden geschehen telefonisch vorangekündigte „unangekündigte Trainingskontrollen“ konterkarieren alle Bemühungen ehrlich und sauber zu werden und zu bleiben.

Aloha sagen Holgi und Kai und wir freuen uns auf das Rennen am Samstag: 1 x Schlafen noch...

Labels: , ,

Tipps zur Renntaktik, wie den Marathon laufen?

Sich ausreichend mit Wasser, Energie und Mineralien zur versorgen, vor der Sonne zu schützen und das Tempo einzuteilen, um nicht zu hart und schnell anzulaufen sind alte Weisheiten.

Für den Ironman Hawaii gilt aber eines auf alle Fälle: Suche den ebenen Straßenbelag und bleibe dort! Die Straßen insbesondere auf dem Alii Drive sind an den Seitenrändern derart abgesenkt, daß man überlegen sollte die paar lange Läufe, die es vor dem Rennen benötigt auf dem Highway oder auf höher gelegen Trassen von Big Island zurückzulegen. Ist dies keine Option, dann sollte man zumindest auf dem Hin-und Rückweg die asymmetrischen Belastungen ausgleichen oder auf einer Strecke öfters die Straßenseite wechseln. Die Orthopädie wird es danken und die Gefahr eines Knockouts vor dem eigentlichen Rennen ist drastisch minimiert.

Stimmen der Pressekonferenz

Der Australier und Ironmanlive-Host Greg Welch eröffnete die Pressekonferenz und stellte die Profis auf gewohnt lustiger aber nachhaltiger Weise vor. Die abschließende offene Fragrunde beschäftigte sich hauptsächlich mit den alten Rivalitäten zwischen Weltmeister Chris McCormack und Normann Stadler. Schnell zeichnete sich aber auch eine Gesprächsrunde über Außenseiter, wie Andy Potts und die schnellen Frauenzeiten dieser Saison ab.

Chris McCormack (AUS): „Es ist erstaunlich, ich bin das 7. Mal hier. Jedes Jahr lerne ich dazu. Letztes Jahr war irgendwie die Summe aus den letzten Jahren. Ich habe viel Respekt vor dem Ironman Hawaii und bin mit den Bildern aus Kona aufgewachsen. Die wundervolle TV-Übertragung der NBC hat viel damit zu tun. Ich liebe das Rennen, es ist mein absoluter Top-Triathlon. Jeder möchte das Rennen gewinnen.

Jetzt sind wir nur noch zwei Tage entfernt. Ich habe großen Respekt vor Normann Stadler, er zwingt mich in Kona zu Bestleistungen. 2006 hat er mich zu meinem besten Rennen je hier angetrieben und ich wurde mit 71 Sekunden Rückstand Zweiter. Eneko Llanos ist ebenfalls gereift. Er hat mich mit den Ergebnissen in Wildflower und auch den anderen des Jahres beeindruckt. In Frankfurt hat er mich zwischenzeitlich abgehangen und ich habe ihn in wirklich guter Form noch anfangen können. Er mag heißes Wetter, eine gefährliche Kombination hier auf Big Island.”

Chrissie Wellington (GBR): „Ich bin furchtbar aufgeregt, wieder hier zu sein. Letztes Jahr bin ich blind und ohne Vorerfahrung gekommen. In diesem Jahr ist mir der Stellenwert des Ironman Hawaii bewusst. Ich hatte eine sehr gute Saison mit guten Ergebnissen.


Es sind viele starke Frauen am Start, daher kann man nicht davon ausgehen, dass es ein leichtes Rennen wird. Ich denke, es wird ein spannendes Rennen. Ich werde mich aber auch zukünftig nicht auf den Lorbeeren ausruhen. Ich kann schneller laufen, als im letzten Jahr, das gibt mir Zuversicht. Es hat mir auch Zuversicht gegeben, dass ich [Yvonne] Van Vlerken in diesem Jahr förmlich zerschmettert habe.”

Craig Alexander (AUS): „Ich habe kleine Änderungen in diesem Jahr vorgenommen, da ich noch nicht so viel Erfahrung habe. Ich habe mehr Umfänge eingebaut – insbesondere auf dem Rad und auch beim Laufen. Ich musste mich auch mehr um die Ernährung kümmern, da sie auf der Langstrecke sehr viel wichtiger ist als auf den kurzen Strecken Man muss sich mit der Ernährung und dem Pacing auseinandersetzen. Zudem ist die mentale Dimension nicht zu unterschätzen, wie es erfahrene Athleten, wie Normann [Stadler]und Chris [MCormack] angedeutet haben.“

Torbjörn Sindballe (DEN): „Ich bin bereit Normann auf dem Rad herauszufordern. Am liebsten wäre ich alleine, da Normann und ich andere Herangehensweise auf der Radstrecke haben. Ich habe alle drei Disziplinen verbessert. Mein Fokus lag auf dem Schwimmen und ich habe mich nach einer längeren Verletzungspause im Frühjahr neu sortiert und mit dem Laufen gesteigert. Das Wetter tangiert mich natürlich. Wenn es sehr feucht ist, habe ich Probleme aber ich habe es besser im Griff als im letzten Jahr. Ich mache mir auch keine richtigen Sorgen um die starken Schwimmer, wie Potts – auch wenn der Kurs ihm liegen könnte. Trotz allem ist er ein Darkhorse, ein Favoritenschreck. Die neue Regelauslegung, dass es keine mündlichen Warnungen mehr vorab gibt sollte das Rennen noch fairer machen.“

Marino Vanhoenacker (BEL): „Ich bin gut vorbereitet und hoffe im nächsten Jahr mit Startnummer 1 hier zu sitzen.“

Normann Stadler (GER): „Ich habe gut trainiert, ich bin soweit. Ich bin gesund und habe wie in den letzten 9 Jahren 6 Wochen in San Diego mit meinen Teammitgliedern der Dresdner Kleinwort trainiert. Sie pushen mich jeden Tag und es ist wie ein zweiter Frühling. Ich bin das Comeback des Jahres. Ich freue mich auf mein Comeback. Seit 2006 habe ich keinen Ironman mehr nach Hause gebracht.“

09 Oktober 2008

Liegt der Schwimmrekord in der Luft?

Es vibriert auf den Lavafeldern in Kailua-Kona und schon der Schwimmauftakt deutet auf ein echtes Rekordrennen. Der US-Amerikaner Andy Potts und der Franzose Benjamin Sanson scheinen eine Absprache getroffen zu haben. Ziel: Als Duo so viel Zeit, wie möglich zwischen dem Schwimmausstieg und den ersten Verfolgern um Andreas Böcherer und Faris Al-Sultan zu legen. Als Nebeneffekt liegt auch in diesem Jahr ein Angriff auf den Schwimmrekord von Lars Jorgenson (USA, 46:41) aus dem Jahr 1998 in der Luft.

Allerdings benötigt man dafür perfekte Bedingungen. Diese beinhalten gute Sicht und gute Führungsarbeit auf dem Kanu, geringer Wellengang und wenig Strömung. Dazu gehört auch die effektive Zusammenarbeit des Duos. Diese könnte auch noch auf der Radstrecke länger als erwartet andauern. Potts mit einem Rennen vom letzten Wochenende gegen $ in den Knochen gilt auf den kurzen Distanzen als ernstzunehmend harter Biker – allerdings hat er sich weder im Training, noch im Wettkampf an die langen Strecken herangetastet. Am Samstagmorgen gegen 7:32 ist zumindest eines bekannt: Ist der Schwimmrekord gefallen und wer hält ihn?



Sports Blogs - Blog Top Sites